Die Blauglasschale
Die Blauglasschale ist insbesondere ein Zeugnis jener fernen
Zeit, in der Abendland und Morgenland kriegerisch, aber auch friedlich miteinander
konkurrierten, wobei zweifellos das Abendland vor allem der empfangende Teil
dieser bis heute nachwirkenden Begegnung war. Als eine besondere Kostbarkeit
ist die in Fragmenten geborgene Blauglasschale anzusehen. Das gerippte Glas
trägt Goldbemalung auf weißem Grund. In Arkaden stehen zwischen
den Rippen Vögel und Löwen. Auf dem Glas und der Unterseite sind
Medaillons zu sehen mit nicht mehr genau zu erkennenden gegenständlichen
Darstellungen. Das außerordentlich seltene Stück gehört zu
einer kleinen Gruppe von Gläsern, die durch kalt aufgetragene und nachträglich
eingebrannte Goldbemalung auf blauem oder rotem Grund gekennzeichnet sind.
Fachleute sind sicher, dass der Wartenberger Fund dem byzantinischen Kulturkreis
zuzuordnen ist. Das Glas, das schon zu seiner Zeit eine Rarität war,
kann - wie die sarazenischen Pfeilspitzen und die Rosenölampulle- wohl
nur im Zusammenhang mit den Kreuzzügen auf die Ministerialenburg der
Wartenberger gekommen sein.Die Scherben der Blauglasschale wurden 1988 in
der Ausstellung "Phönix aus Sand und Asche" im Rheinischen
Landesmuseum in Bonn ausgestellt.